Chronik Hellersdorf & Marzahn

z. B. 5.4.25
z. B. 5.4.25
Sonntag, 21. Juli 2013

Ein Passant wird in der Nacht zum 21.7.2013 von zwei ihm unbekannten Mittzwanzigern in der Hellersdorfer Straße auf Höhe der Neuen Grottkauer Straße unvermittelt mit der Parole "Nein zum Heim!" und erhobener Faust gegrüßt.

Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Freitag, 19. Juli 2013

Am 19.7.2013 wird eine Bezirksverordnete der Grünen in einem Kommentar, der mit Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf (BMH) gezeichnet ist, auf der Facebook-Seite der Initiative Hellersdorf Hilft bedroht. Sie wird aufgefordert "sich offen für die Beleidigungen und Verleumdnugen (sic) (...), welche sich ganz klar gegen die Bürgerinnen von Marzahn und Hellersdorf richtet (sic), zu entschuldigen" und "klarzustellen, dass hier weder die NPD noch sonst ein Verein die BI MH stützt oder begleitet". Ferner soll sie eine Petition auf einer Webplattform, die zur Solidarität mit den in Hellersdorf unterzubringenden Geflüchteten aufruft, zurück ziehen. Andernfalls wolle man zu Anzeigen gegen die Verordnete aufrufen. Auf der Facebook-Fanseite der BMH wird dies mit Verächtligungen hin zu Vergewaltigungs- und Mordphantasien in den Kommentaren flankiert.

Zudem weisen die Autor_innen den Verdacht von sich, mit der Kompromittierung ihres Email-Postfachs zu tun zu haben. Die Verordnete berichtet, keinen Zugang mehr zu diesem zu haben nachdem sie Kontakt mit André Kiebis (BMH) hatte, um im Konflikt um die geplante Unterkunft für Geflüchtete in der Maxie-Wander-Straße und Carola-Neher-Straße zu vermitteln. Diesem hatte sie auch ihre Telefonnummer gegeben, auf die sie in den Tagen darauf Drohanrufe erhielt. Außerdem seien zwei weitere Personen an sie herangetreten und haben von Bedrohungen berichtet. Auch eine Journalistin berichtet von Drohungen seitens der BMH.

Quelle/n: Facebook-Fanseite von "Hellersdorf hilft", Berliner Zeitung vom 23.7.2013, Berliner Morgenpost am 25.7.2013
Freitag, 19. Juli 2013

In der Nacht zum 19.7.2013 werden in derselben Gegend wie zwei Tage zuvor und über den Kastanienboulevard bis zum Alice-Salomon-Platz Parolen mit dem Tenor "Nein zum Heim" mit Kreide auf Wegebeläge geschmiert. Am letztgenannten Ort vor dem Rathaus Hellersdorf gar in Ausmaßen von 30 x 4 m. Neben den bekannten Parolen treten solche hinzu, die die empfundene Vernachlässigung durch den Staat artikulieren und soziale Rechte und Fürsorge nur dem eigenen identitären Kollektiv, gemeint sind vermutlich Deutsche, zusprechen: "Kein Geld für uns - Aber für's Heim", "Wir sind wichtig! Nein zum Heim!", "Nein zum Heim - Erst wir! Dann der Rest der Welt!", "Nein zum Heim - Denkt erst an uns!", "Wir wollen unsere Ruhe!", "Schutz aller Familien!"

An der Bushaltestelle Hellersdorfer Eck wird ein mit Filzstift geschriebens "Nein zum Asylheim" gesehen.

Quelle/n: Augenzeug_innenberichte, Pressemeldung der Berliner Polizei vom 20.7.2013
Donnerstag, 18. Juli 2013

Am 18.7.2013 fotografiert ein Passant einen Cluster Kreideschmierereien auf einer Straße, die der geplanten Unterkunft für Geflüchtete anliegt: ""S+D = Love", "I ♥ Berlin" und "Hass gegen Ausländer". Ein Gassigänger, den er später als André K. wiedererkennt, bleibt neben ihm stehen und schaut beim Fotografieren zu. Auf die Bemerkung des Fotografen "Na, sie haben da aber tolle Nachbarn." erwidert dieser: "Und die werden noch viel besser."

Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Mittwoch, 17. Juli 2013

Am Abend des 17.7.2013 entfernen mehrere Personen die Kreideschmierereien in der Umgebung der geplanten Notunterkunft. Aus verschiedenen Wohnungen werden sie angepöbelt, mit Taschenlampen beleuchtet und fotografiert. Ein Anwohner versucht durch lautes, andauerndes "Fass!"-Rufen einen Hund zum Angriff auf die Putzenden zu motivieren. Aus einer Gruppe Menschen, die vor dem Haupttor des Schulgeländes unbehelligt herum steht, lösen sich Einzelne, um die Gruppe beim Putzen zu beobachten. Zuvor hatten andere aus der Gruppe selbst auf eine direkt anliegende Straße eine "Nein zum Heim"-Parole geschrieben.

Nach einer Weile werden auch ein Funkstreifenwagen und drei Autos mit nicht-uniformierten Polizisten aktiv und nehmen die Personalien der Putztruppe auf.

Quelle/n: Augenzeug_innenberichte, Facebook-Fanseite der "Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf"
Mittwoch, 17. Juli 2013

Am Morgen des 17.7.2013 werden mehrere Parolen, die mit Kreide auf Wege und Straßen geschrieben wurden und sich gegen das "Heim" - gemeint ist eine Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft - richten, entdeckt. Vom Regine-Hildebrandt-Park über den Auerbacher Ring bis zur geplanten Unterkunft kann man meterlang und quer auf den Straßen "Nein zum Heim" und "Schutz der Familie" lesen.

Quelle/n: Augenzeug_innenberichte
Montag, 15. Juli 2013

Am 15.7.2013 wird gegen 19.30 Uhr ein 36-jähriger Mann in der Warener Straße von drei unbekannten Männern rassistisch beleidigt. Der 36-Jährige wird von einem der Täter geschlagen.

Quelle/n: ReachOut
Montag, 15. Juli 2013

Am 15.7.2013 wird vor einem Gebäude des früheren Max-Reinhardt-Gymnasiums in der Carola-Neher-Straße, in dem eine Unterkunft für Geflüchtete eingerichtet werden soll, über die Breite der Fahrbahn die Parole "Nein zum Heim" mit Kreide aufgetragen.

Quelle/n: Augenzeug_innenbericht

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